Pimp up my Nachttischlämpli

Mein ganzer Karsumpel aus der Schweiz ist ja für 230V/50Hz ausgelegt. Die meisten elektronischen Geräte sind anpassungsfähig, dies trifft aber nicht auf meine Nachttischlampe zu, welche ein Leuchtmittel mit E14-Sockel aufnimmt. Eine USA-Birne hilft nicht viel, da nur mit E12- oder E27-Sockel erhältlich. Da ich mein Schlafzimmer nicht mit 230V ausgerüstet habe (alle anderen Zimmer habe ich nachgerüstet), muss also eine andere Lösung her. Was also tun, fragt sich der Ingenieur?

Ich nehme es gleich vorweg: Dieser Blogartikel gehört in die Kategorie: “Liebe Kinder, macht das nicht zu Hause nach!” Versucht also keinesfalls das, was jetzt kommen wird, nachzubauen! Ich lehne jegliche Haftung ab. OK, genug der Warnungen.

Ausgangspunkt für dieses Bastelprojekt bildet eine 60W/110V-Glühbirne mit E27-Fassung. Es handelt sich allerdings um ein Halogenmodell, welches im innern des Glaskolbens die eigentliche Halogenlampe beherbergt. Die Idee war geboren: 110V-Halogenlampe herausoperieren und mit einem E14-Sockel einer defekten europäischen Glühbirne verheiraten. Zuerst wird mal fleissig die Birne aus der Birne gedremelt — die Bilder erspare ich Euch, es ist keine Augenweide. Die Trennscheibe würde zwar prima durch das Glas hindurchschneiden, doch Leute, Glas ist ja sowas von zerbrechlich. Viele Splitter später habe ich auf meiner Werkbank folgendes liegen: 1 Halogenbirne mit ca. 1cm langen Anschlusspins plus 1 E14-Sockel frei von ziemlich allem Glas, doch mit ebenfalls auf ca. 1cm Länge gestutzten Anschlussdrähtchen (sehr dünn…). Wie weiter? Na ja, löten kommt nicht in Frage, da erstens die Temperaturen im Betrieb zu hoch liegen; und zweitens, da sich Stahldrähte so schlecht löten lassen. Also crimpen… Zwei 1mm2 Aderendhülsen werden feinsäuberlich über die Anschlussdrähte der Fassung geschoben, dann die Birne rein und alles schön zugekniffen (Bild 1). Mechanisch noch ziemlich wacklig, schrumpe ich kurzerhand einen Schlauch drüber (Bilder 2 und 3). Ob dieser wohl den hohen Temperaturen standhält? Wir werden sehen. Dann wird noch schnell der CH-Stecker gegen einen US-Stecker ausgetauscht und das neue Leuchtmittel eingeschraubt (Bild 4).

So, liebe Leser, was erwartet Ihr? Einen Knall und die Feuerwehr? S’Bescht wos je hets gits? Na ja, irgendwo dazwischen. Die Leuchtkraft ist fantastisch, keine Frage. Auch der Schrumpfschlauch hält sich erstaunlich wacker — keinerlei Anzeichnen von thermischer Überforderung. Hingegen weniger ideal sind die Gerüche, welche der Lampenkopf nach einer halben Stunde Dauerbetrieb emittiert. Vermutlich sind die 60W einfach etwas zu viel des Guten. Die Lampe ist für maximal 40W ausgelegt… Wenn ich eine 40W/110V Halogenbirne finde, werde ich wohl “downgraden”. Doch bisher konnte ich noch kein solches Exemplar erbeuten.

Das war jetzt nicht besonders wissenschaftlich. Was die Wissenschaft betrifft, überlege ich mir gerade, wohin mich das nächste Postdoc bringen soll. Nachdem ich dieses wunderschöne Gleitschirmvideo gesehen habe, ist die Option “Stellenbosch” natürlich substanziell nach oben gerutscht. Aber nicht nur wegen der Gleitschirmmöglichkeiten

 

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