Liebe Amerikaner, Energiesparen ist einfach — Teil 1

Kürzlich lief ja “Harry Potter and the Deathly Hallows Part 1″ an. Ein hervorragender Film, einmal mehr. Selbstverständlich völlig unverständlich für jene, welche die Geschichte noch nicht kennen. Ich habe vorsorglich das Buch in der vorangegangenen Woche nochmals durchgelesen — und das hat sich gelohnt! Die allermeisten Szenen aus dem Buch werden auch im Film angetönt. Das heisst, es bleibt so wenig Zeit, dass man die Szene unmöglich verstehen könnte. Doch für die Insider ist es die Erinnerung an das Gelesene, welche das halbe Buch in drei Stunden Revue passieren lässt. Da Joanne K. Rowling sehr bildhaft schreibt und zudem einige Schauplätze aus vorherigen Filmen bekannt sind, gibt’s auch keine Überraschungen: Alles sieht genau so aus, wie man sich das eben vorgestellt hat. Für die Muggels unter uns kann ich aber eine andere Empfehlung aussprechen: Wenn Ihr schon immer den “reizenden Schädel” Emma Watsons sehen wolltet, dann solltet Ihr unbedingt bei David Letterman vorbeischauen — “Oh my god, are you the girl from Harry P-hhhaddder?” Die Arme verdient nichts Erwähnenswertes, wird voll ausgebeutet und braucht ein Pflaster. Für echte Hexen und Zauberer kann ich hingegen das Harry Potter Mystery Game empfehlen. Wohl bekomms!

Für Schlagzeilen sorgte zudem die Thanksgiving-Reiserei respektive ein bestimmter Nebeneffekt an diesem meist bereisten Wochenende in Nordamerika. Man kann sich ja beklagen über die Unnötig- und Sinnlosigkeit der verschärften Sicherheitsbestimmungen der TSA — nachdem Flüssigkeiten und Gase verboten wurden, folgen wohl bald die Feststoffe — doch bitte niemals unmodisch scannen lassen!

Heute wollte ich mal über die Energieverschwendung im Land der unbekannten Möglichkeiten schreiben. Mit dem eigentlichen Begriff, der aus physikalischer Sicht haarsträubend ist, möchte ich mich diesmal nicht verkrachen. Nein, was ich meine, ist der sorglose Umgang mit begrenzten Ressourcen. Schaut man sich die Autos auf hiesigen Strassen an… überall diese Giganto-Smarts-mit-angeflanschter-Badewanne (Pickup Truck). Aber man darf den Cowboys ihr Spielzeug nicht wegnehmen. Daher mal ein ganz anderer, konkreterer und realistischerer Vorschlag. Ich rede davon, wie man auf super-simple Weise 5% Benzin sparen könnte. Ohne neue Technologie, ohne neues Gesetz, ohne neue Steuer, ohne Geldaufwand. Aber zuerst muss ich die Situation schildern.

Was man wissen muss: Hier muss man den Wagen nie beim Strassenverkehrsamt vorführen, weder zur Abgaskontrolle noch zur Sicherheitskontrolle. Jedes Auto, das einmal zugelassen wurde, wird gefahren bis es auseinanderfällt. Das heisst auch, dass man die Reifen frühestens ersetzt, wenn nur noch Fetzen an der Felge hängen. Deshalb liegen auf der Autobahn auch überall Pneufetzen herum. Nun gut, abblätternde Farbe, Rost, defekte/überklebte Scheinwerfer, fehlende Scheiben oder gar fehlende Türen (kommt alles vor) mögen zur Unsicherheit beitragen, aber nicht unbedingt zu einem Mehrverbrauch an Kraftstoff. Nein, das echte Problem ist, dass hier meist mit massiv zu niedrigem Reifendruck gefahren wird. Plattfuss? Na kein Problem, so kann ich die Reifenflankenprofile besser ausfahren :-) Und wieso ist das so? Nun, weil pumpen an der Tankstelle umständlich und teuer ist. Man braucht drei bis vier Quarter und muss sich dann beeilen, damit es für alle vier/fünf/sechs Reifen reicht. Meist funktionert die Pumpe eh nicht (Bild unten rechts) und man muss zwei bis drei Tankstellen abklappern. Selbst wenn man eine gefunden hat, die Luft hat, ist der Vorgang megamühsam. Anstatt ein praktisches Fässchen mit Riesen-Manometer und sowohl Plus- als auch Minusknopf (Bild oben links), gibts nur einen steifen Druckluftschlauch, den man nur mit aller Gewalt aus dem Kasten rauskriegt und sich dabei die Pfoten schmutzig macht. Statt ein Zeigermanometer kommt da bloss so ein Stift raus mit einer Skala in PSI (Bild unten links). Dass dies PSI und nicht x10 kPa sind, merkte ich erst, als mein TPMS reklamiert hat (Bild oben rechts). Mein Honda schreibt natürlich den Luftdruck in SI-Einheiten in die Türe, so dass Internet gefragt ist, was natürlich an der Tanke nicht verfügbar ist. Irgendwo an der Pumpe oder Schlauch eine Umrechnungsskala? Denkste!

So musste ich herausfinden, dass sich gar niemand um den Luftdruck kümmert (geschweige denn an den Ölstand, Wasserstand, Bremsflüssigkeit… doch das ist ein anderes Thema). Nun ist aber bekannt, dass man mit zu niedrigem Druck einiges an Mehrverbrauch einfährt. Was man also machen müsste, wäre die Tankstellen davon zu überzeugen, richtige und funktionierende Pumpen zu installieren, die auch funktionieren und bequem zu handhaben sind — zum Beispiel die europäische Variante (Bild oben links). Aber das machen die natürlich nicht, weil sie ja dann weniger Benzin verkaufen würden (den Erwerbsausfall durch die fehlenden Quarters ist minimal, da sowieso von niemand benutzt). Wie könnte man also Anreiz schaffen? Nun, ganz einfach: Tankstellen verkaufen keine Pneus, daher ist diesbezüglich kein Einkommen gefährdet. Würde man hingegen eines dieser doofen Werbeschilder, welches die hohe Benzinqualität anpreist (was bei hiesigen Oktanzahlen schlicht lächerlich wirkt), durch eines mit dem Sparpotential von korrektem Reifendruck ersetzen würde, wäre man fein raus. Oder um es mit Lenas lustigem Lautspiel auszudrücken: “Wow, verdammte Axt, ist das geil!” (alter Finne…)

Und vielleicht doch noch die Alternative, wie man nicht nur 5% sondern 70% Benzin sparen könnte. Ein kleineres Auto. Und da hier die Parkplätze noch immer für die Panzer gebaut sind, hat das Vorteile für die Kleinen — die Parkplätze reichen für zwei!

Und was läuft sonst so? Nun, da wäre zum Beispiel die Geschenkidee für Weihnachten. Oder natürlich, dass Pomplamoose wieder mal eine recht geniale Weihnachtsaktion durchführt (wenn auch nicht ganz gleich genial wie letztes Jahr mit den Hühnern, Ziegen und Eseln). Und zum Schluss noch dies. OK Leute, wir sehen uns heute Abend in Azeroth! T

 

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