Grösse ist alles

Hier in den USA ist bekanntlich alles etwas grösser (z.B. Autos, Burgers, Verpackungsmengen und -Einheiten), wie auch mein CO2-Fussabdruck.

So

  • fahre ich täglich mit dem Auto zur Arbeit (15 km pro Weg),
  • arbeite in einem stark gekühlten Büro (ich muss einen Pullover tragen),
  • wohne in einer dürftig isolierten und elektrisch gekühlten und geheizten Wohnung,
  • trockne die Kleider im Tumbler,
  • ernähre mich von Nahrungsmitteln, die durch den gesamten Kontinent gekarrt werden,
  • trage Kleider, die aus China kommen,
  • habe eine Badezimmerbeleuchtung, die alleine schon 240 W umsetzt,
  • werfe sämtliche Abfälle ohne Rezyklierung auf die Deponie,
  • und habe einen Kühlschrank, in dem ich selber dreimal Platz fände.

Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. Nicht umsonst ist die USA führend im Energiekonsum pro Kopf. Und innerhalb der Vereinigten Staaten ist Florida mit 157 Mio Tonnen jährlich die Nummer 2 in Sachen CO2-Emissionen (nach Texas, vor Indiana).

Als Elektroingenieur interessiere ich mich für die Zusammensetzung des sogenannten Strommixes. Gemäss Wikipedia entspricht dieser für die USA dem gezeigten Kuchendiagramm, zusammengefasst also 19.4% + 7.0% + 1.3% = 27.7% CO2-arm. Beim Klimaschutz-Index 2008 (Stand Dezember 2007) liegen sie auf Platz 55 (2007: Platz 53) von 56 untersuchten Staaten.

Machen wir doch eine Michmädchenrechnung (lesen! nachdenken! widerlegen!): Die USA sind für 21.44% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, beheimaten aber nur 306 Mio / 6810 Mio = 4.49% der Weltbevölkerung. Würden alle Menschen soviel zu den globalen Emissionen beitragen wie der Durchschnittsamerikaner, würde der Ausstoss auf 21.44% / 4.49% = 478%, also das knapp Fünffache anwachsen. Ich möchte mit dieser Rechnung nicht die USA verunglimpfen, für viele Europäische Staaten sieht es nur marginal besser aus. Trotzdem, nun setzt Umweltminister Röttgen ausgerechnet auf die USA, um am kommenden Uno-Klimagipfel in Kopenhagen doch noch ein verbindliches Abkommen zu erreichen. Nun ja, das könnte schon klappen, insbesondere Kaliforniens Anstrengungen sind beträchtlich. Wobei natürlich mehr Polemik als Wissenschaft dahinter steckt. Der Schlüsselsatz im oben erwähnten Bericht lautet: “Überlebt unser Planet, oder geht er bald unter?” Ich kann Euch versichern, liebe Blogleser, unser Planet geht nicht unter. Denn wo im Weltall ist unten?

Anstatt nun den Kopf hängen zu lassen, empfehle ich Euch eine Reise in die musikalische, ja geradezu audiophile Windows-Vergangenheit der Systemklänge. Lautsprecher aufdrehen und hier klicken!

PS: Ganz so verschwenderisch sind sie hier nicht. So nutzen sie im Subway (Sandwich-Restaurant) Energiesparlampen. Und dafür bin ich sehr dankbar: Als ich mich kürzlich von meinem Sitzplatz erhob, stiess ich mit dem Kopf gegen eine Lampe worauf diese zerbrach. Wäre es eine normale Glühbirne gewesen, gäbe es jetzt gerösteten Lukas ;-)

 

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